Aufgabe und Zweck des Vereins

Satzungsgemäßes Ziel des Vereins ist es, Archivalien zur Geschichte der Psychoanalyse zu sammeln, zu erschließen und an einem geeigneten Ort der Forschung zur Verfügung zu stellen. Zu den Archivalien zählen wissenschaftliche Nachlässe, Korrespondenzen, Aufzeichnungen über psychoanalytische Arbeit, Photographien, Ton- und Filmdokumente. Es konnten bisher zahlreiche wertvolle Materialien, insbesondere Nachlässe bedeutender Psychoanalytiker aus dem In- und Ausland, für das Archiv gewonnen werden. Dazu gehören u. a. die Nachlässe von Käte Dräger, W. Ernest Freud, Martin Grotjahn und Frederick Wyatt.

Eine Aufstellung der bisherigen Bestände findet sich unter dem Menüpunkt Archivalien.

Mit dem Bundesarchiv in Koblenz wurde ein langfristiger Hinterlegungsvertrag geschlossen, in dem die dauerhafte Unterbringung und archivwissenschaftliche Erschließung der Materialien sichergestellt wird. Forscher können im Lesesaal des Koblenzer Bundesarchivs die Archivalien einsehen, wenn sie eine Erlaubnis des Vereinsvorstandes eingeholt und eine entsprechende Erklärung mit besonderen Datenschutzverpflichtungen unterschrieben haben.

Der Vertrag mit dem Bundesarchiv sieht vor, dass die Unterlagen, die organisatorisch geschlossen unter der Bezeichnung ARCHIV ZUR GESCHICHTE DER PSYCHOANALYSE verwahrt werden, jeweils dreißig Jahre nach der Hinterlegung in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland übergehen, sofern der Eigentümer nicht vor Ablauf dieser Frist dem Eigentumsübergang widerspricht. Der Archivverein als Eigentümer der Archivalien behält sich vor, Teile der Unterlagen befristet für jede Benutzung zu sperren.

In einer besonderen Zusatzvereinbarung wird sichergestellt, dass die personenbezogenen Materialien, da es sich vielfach um sensible Daten aus dem Besitz von Psychoanalytikern oder psychoanalytischen Institutionen handelt, ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden dürfen. Personenbezogene Informationen sind bei der Veröffentlichung der wissenschaftlichen Arbeit so zu gestalten, dass eine Identifizierung des oder der Betroffenen ausgeschlossen ist.

In einem Vertrag mit dem jeweiligen Donator des Nachlasses oder Vorlasses wird die Verfügungsberechtigung der Abgabe an den Archivverein sichergestellt. Der Verein entscheidet auch über die Archivwürdigkeit der Unterlagen und ist berechtigt, mit vorheriger Zustimmung des Donators, nicht archivwürdige Unterlagen zu vernichten bzw. an den Eigentümer zurückzugeben.

Der Verein zur Geschichte der Psychoanalyse ist auf eine breite Unterstützung und Förderung seiner Arbeit angewiesen. Für jeden Hinweis auf Quellen, die für die historische Arbeit über die Psychoanalyse erhalten werden sollten, ist der Verein ebenso dankbar wie für das Knüpfen von Kontakten zu denen, in deren Besitz oder deren Verwahrung sich solche Quellen befinden. Da die Sichtung eines Nachlasses durch die Erben einen ungleich größeren Aufwand erfordert und dabei gelegentlich wertvolle Dokumente verloren gehen, haben einige ältere KollegInnen bereits zu Lebzeiten solche Dokumente, die für eine Archivierung relevant sind, dem Verein als einen sogenannten Vorlass zur Verfügung gestellt. Vorlass- wie Nachlassgeber können sich mit einem Mitglied des Vorstandes in Verbindung setzen. Nach Erstellung einer groben Abgabeliste werden die angebotenen Dokumente auf ihre Archivwürdigkeit und Archivreife geprüft. Sodann werden selbst umfangreiche Materialien von Beauftragten des Bundesarchivs am Ort abgeholt. Danach werden die Dokumente im Bundesarchiv katalogisiert und nach und nach durch ein Findbuch erschlossen.

Da die Erarbeitung von Findbüchern nur von ausgebildeten Archivaren und Historikern geleistet werden kann, ist jede finanzielle Unterstützung der Arbeit des Archivvereins, der als gemeinnützig anerkannt ist, hochwillkommen. Sie bildet zudem eine notwendige Basis, um auch solche Quellen zu erhalten und zu sichern, die nicht kostenlos erworben werden können oder deren Erschließung Kosten verursacht. Die von den Mitgliedern aufgebrachten Jahresbeiträge reichen hierzu allein nicht aus. Für entsprechende Geldspenden können steuerabzugsfähige Spendenquittungen ausgestellt werden.

Der Verein hat derzeit ca. 90 Mitglieder, in der Regel Einzelpersonen sowie einige korporative Mitglieder. Laut Satzung müssen zwei Drittel der Mitglieder Psychoanalytiker sein. Einmal jährlich (in der Regel Mitte November) findet eine Mitgliederversammlung statt. Der Vorstand besteht aus fünf Mitgliedern. Daneben gibt es einen wissenschaftlichen Beirat zur Beratung des Vorstandes.

Seit dem Jahr 2009 veranstaltet der Vereinen in zweijährigem Abstand wissenschaftliche Konferenzen zur Arbeit mit psychoanalytischen Archiven und Archivalien. Berichte hierüber finden sich unter dem Link Tagungen.

Anträge auf Mitgliedschaft im Archivverein können an den 1. Vorsitzenden oder den Sekretär gestellt werden.

Spendenkonto:

IBAN: DE79 1001 0010 0358 8191 05  BIC: PBNKDEFF